Vom chancenlosen Scheitern meines Diät-Versuchs - und wie ich mein Ziel doch noch erreichte

Du willst dein Gewicht reduzieren, bist aber diät-müde? Das kenne ich auch. Wie ein hochmotivierter Start schon am ersten Tag mit Weizenbier und Schoko-Malheur endete - und was ich für mich daraus gelernt habe.

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Julia und Tom standen vor ihrer Hochzeit. Und ihr Plan war so simpel wie radikal: In den sieben Wochen vor dem großen Tag sollten durch eine Low-Carb-Diät jeweils sieben Kilo schwinden. Das Ziel? Sie wollte perfekt ins Hochzeitskleid passen, er in seinen Anzug.

Ich fand das damals ziemlich ambitioniert und riskant. Was hätten sie mit dem Kleid und dem Anzug gemacht, wenn es nicht geklappt hätte?

Die beiden haben meine Bedenken nie verstanden. Das sei doch kein Problem, sie hätten einen klaren Plan und der würde jetzt umgesetzt. Und in der Tat haben sie es dann auch ohne größere Schwierigkeiten geschafft.

Der Erfolg der anderen

Also wollte ich es damals auch versuchen. Die Regeln waren schnell definiert: wenig Kohlenhydrate, kein Alkohol und jeden Tag ein wenig Sport.

Die Geschichte meines Scheiterns ist schnell erzählt. Am folgenden Morgen fuhr ich von Freiburg nach Zürich, um dort einige geschäftliche Termine wahrzunehmen. Zwischen zwei Terminen bekam ich Hunger, und die Zeit war knapp. Und so schlug die Realität zum ersten Mal zu: Ich landete bei einer allseits bekannten Burger-Kette.

Mein eigenes Scheitern

Abends ging es weiter nach Basel zu einem Essen mit einem Geschäftskontakt. Nach der Vorspeise gab es Flammkuchen als Hauptgang. Mein Gegenüber bestellte zu beiden Gängen jeweils ein großes Weizenbier – und ich ich trank natürlich mit. Am Ende gab es ein warmes Schoko-Malheur als Dessert.

Spät am Abend ging es zurück nach Freiburg. Dass es mit der angedachten Sport-Einheit dann auch nichts mehr wurde, versteht sich fast von selbst.

Das ist inzwischen viele Jahre her, aber Tom lacht sich bis heute über die Geschichte kaputt. Ich hingegen habe mich manchmal gefragt: Wie ziehen andere Menschen ihren Plan mühelos durch, während meine Bemühungen immer wieder slapstick-artig scheitern?

Eine überzeugende Antwort darauf habe ich nie gefunden. Aber ich habe irgendwann akzeptiert, dass ich wohl nie zu den disziplinierten Menschen gehören werde, denen solche Erfolge einfach zufliegen. Mein letztlich erfolgreicher Abnehm-Versuch basierte dann auch auf einer völlig anderen Strategie:

  • Mehr Geduld: Man muss ja nicht jede Woche ein ganzes Kilo verlieren! Wer sich mehr Zeit lässt, muss sich weniger quälen. Und wenn ich mir Toms Bauch HEUTE ansehe, liegt die Vermutung nahe, dass der langsamere Weg manchmal auch der nachhaltigere ist.

  • Verständnis der eigenen Lebensumstände: Ich habe damals eine Zeitlang eine Strichliste gemacht, welche für meine Ziele ungünstigen Umstände wie oft auftraten. Und dann habe ich mich darauf konzentriert, Lösungen für die regelmäßig auftretenden Hindernisse zu finden.

  • Pragmatismus: Für mich funktionieren die perfekten Maximallösungen einfach nicht! Beispielsweise habe ich irgendwann akzeptiert, dass ich nicht dauerhaft ohne Süßigkeiten auskommen kann. Was für mich aber geklappt hat: Ich habe die Menge auf ein vernünftigeres Maß reduziert und "verdiene" es mir durch ein wenig Sport - zumindest an den Tagen, an denen die Zeit es erlaubt.

Wie es weiterging

Kennst du das auch – der gute Vorsatz, der beim ersten Geschäftsessen oder Feierabendbier schon wieder kippt?

Schreib mir ganz unkompliziert an: christoph.ramme@no-cook.de.

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